Die NordArt zählt zu den festen Terminen für zeitgenössische Kunst im Norden. Seit ihrer Gründung in der historischen Carlshütte hat sich die Schau zu einer der größten internationalen Sommerausstellungen entwickelt, jedes Jahr neu kuratiert und stets im Dialog mit ihrem markanten Raum. Die Industriearchitektur ist dabei mehr als Kulisse: Sie beeinflusst, wie Arbeiten gelesen werden, und setzt Werke in einen direkten Austausch mit Ort und Publikum.
Für 2026 legt das Team um Chefkurator Wolfgang Gramm den Fokus auf das Baltikum. Unter dem Titel „Vilnius – Riga – Tallinn: Notes from the Fringe“ präsentiert der Pavillon Positionen aus Litauen, Lettland und Estland. Im Zentrum stehen Fragen nach Zugehörigkeit, Verletzlichkeit und kultureller Identität in einer geopolitisch sensiblen Grenzregion Europas.
Ergänzend treten Projekte hinzu, die Perspektiven jenseits des europäischen Kunstbetriebs öffnen: „Landscape of Thought“ zeigt zeitgenössische chinesische Kunst zwischen traditionellen Techniken und neuen Medien, „Silsila“ widmet sich Künstlerinnen aus Zentralasien, und ein weiteres Projekt beleuchtet mongolische Gegenwartskunst zwischen Landschaft, Spiritualität und moderner Bildsprache.