Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg
Wagners „Tannhäuser“ in Kiel: Daniel Karasek inszeniert die Pariser Fassung über Liebe, Freiheit und gesellschaftliche Ausgrenzung mit Chor und Orchester.
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- Do., 29. Oktober 2026 +3 weitere Termine ↓
- Uhrzeit
- 18:00 Uhr
- Ort
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Zwischen leidenschaftlicher Liebe und gesellschaftlichen Regeln steht Richard Wagners Oper „Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg“. Die Kieler Inszenierung von Daniel Karasek zeigt die sogenannte Pariser Fassung, mit der Wagner sein Werk 1861 grundlegend überarbeitete.
Im Mittelpunkt steht der Sänger Tannhäuser, der das Reich der Liebesgöttin Venus verlässt und zu den Menschen zurückkehrt. Bei einem Sängerwettstreit am Hof des Landgrafen Hermann gerät er mit seiner Vorstellung von Liebe in Konflikt mit der höfischen Gesellschaft. Während Wolfram von Eschenbach für Zurückhaltung steht, verteidigt Tannhäuser die unmittelbare sinnliche Erfahrung. Seine Äußerungen lösen Empörung aus. Elisabeth, seine frühere Geliebte, stellt sich dennoch auf seine Seite.
Die Oper verhandelt damit Fragen, die über ihre Entstehungszeit hinausreichen: Wie viel Freiheit verträgt eine Gemeinschaft? Wo beginnen gesellschaftliche Ausgrenzung und moralische Verurteilung? Die Pariser Fassung verschärft den Gegensatz zwischen sinnlichem Begehren und konventionellen Wertvorstellungen.
Die Produktion verbindet Daniel Karaseks Regie mit dem Philharmonischen Orchester Kiel sowie Opernchor und Extra-Chor des Theater Kiel. Die Titelpartie übernimmt Michael Müller-Kasztelan, Wolfram singt Samuel Chan. Eine begleitende Podcastfolge des Theaters erläutert die Entstehung und Besonderheiten der Fassung.